Unter den Spaniels haben wir vor allem den English Springer Spaniel (ESS), der meiner Ansicht nach der ideale Hund für die Suchjagd ist. Wünscht jemand einen möglichst vielseitigen Hund, so wird ihm diese Rasse liegen. Stammen Englische Springer aus einer Gebrauchszucht, so jagen und bringen sie aus natürlicher Veranlagung. Sie arbeiten passioniert in dichter Deckung und im Wasser und sind leicht abzurichten. Außerdem sind sie kerngesund und widerstandsfähig gegen Staupe und andere Krankheiten.

Der Cockerspaniel wäre meine zweite Wahl als Jagdhund. Er hat wundervolle, harmonische Aktion, eine vorzügliche Nase und ist klein genug, die dichteste Deckung zu durchdringen, in der er mit Passion stöbert. Nach meiner Erfahrung lassen sich Cocker nicht so leicht abrichten wie Springer, weil sie egoistischer sind und dazu neigen, mehr an sich selbst als an das zu denken, was der Führer von ihnen verlangt.

Der Welsh Springer Spaniel ist von seiner Größe ähnlich wie der English Springer Spaniel, doch da endet die Ähnlichkeit. Während der English Springer Spaniel vier verschiedene Farbvarianten aufweist, ist der Welsh Springer Spaniel immer rot/weiß, die anderen Unterschiede interessieren uns hier wenig. Als Jagdhund hat er eine ausgezeichnete Nase, scheut keine Dickung oder Wasser, allerdings zeigen einige Linien die für die britische Jagdform ärgerliche Anlage des Spurlauts bei der Suche. Auch fehlt vielen der natürliche Apportierinstinkt, doch dies wird durch ausgewählte Zuchttiere verbessert.

Weitere Spanielrassen interessieren den deutschen Jäger weniger

Von allen Retrievern ist fraglos der Labrador-Retriever der populärste Schlag. Sie haben sich die Achtung der Jäger durch ihre überragende Veranlagung erworben, sich abrichten zu lassen. Vom Labrador kann man behaupten, er ist schnell und elegant in der Bewegung, unübertroffen im Wasser, weit leichter abzurichten als alle anderen Schläge und von einer Treue dem Herrn gegenüber, die ihn zu einem idealen Begleiter macht. Die glatte, kurze Behaarung weist viele Vorteile auf. Hunde aus Gebrauchszuchten führen sich jagdlich fast von allein ab..

Der Golden Retriever kommt dem Labrador fast gleich und ist meine zweite Wahl für einen Retriever als Jagdhund. Golden Retriever aus den richtigen Blutlinien sind leicht abzurichten und zu führen. Sie haben außergewöhnlich gute Nasen und arbeiten vorzüglich im Wasser. Äußerlich wirken sie sehr anziehend, besonders auf Frauen. Ihre Behaarung verlangt mehr Pflege als die des Labradors. Sie sind im Gebäude auch meist stärker als dieser und beanspruchen deshalb mehr Platz und mehr Futter.

Der Flat-coated Retriever, sehr beliebt in den 1890zigern und anfangs des 20. Jahrhunderts als noch große Gesellschaftsjagden an der Tagesordnung waren, hat viel seiner Popularität an den Labrador und Golden abgegeben. Trotzdem ist er immer noch beliebt bei Wildhütern und vielen Jägern. Im allgemeinen ist der Flat-coated leicht zu trainieren und angenehm zu führen aber ich sehe ihn nicht als ebenbürtig in Stil Bewegung zum Labrador oder Golden Retriever. Als sicherer Apportierer von Wild lassen sie nichts zu wünschen übrig und sind wegen ihrer freundlichen Ausstrahlung sehr attraktive Begleiter.

Der Curly-coated Retriever, sehr beliebt bei der älteren Generation von Wildhütern und Jägern, ist heute eine Seltenheit. Sie sind ausgezeichnete 'Wildfinder' und Apportierer, voller Mut und sind wegen ihres lockigen und wasserabweisenden Felles besonders geeignet als Wasserhunde, allerdings sind sie nicht leicht zu trainieren, ähnlich wie der Irish Water Spaniel, in dem sie einen ziemlichen 'Dickschädel' haben und können leicht zerstreut sein. Einst hatten sie den Ruf hartmäulig zu sein, doch ich glaube das es zu unrecht war, denn aus eigener Erfahrung gibt es bei ihnen nicht mehr hartmäulige Exemplare als bei den anderen Retrieverrassen.

Der Chesapeake Bay Retriever ist eine amerikanische Rasse und wird oft in den USA als Retriever fürs Wasser gearbeitet, wobei sie unübertroffen sind. In diesem Land (UK) gibt es einige Exemplare, wurden aber nicht sehr beliebt und es sieht nicht so aus, dass sie es werden, vor allem wegen ihrer Größe und weil die einheimischen Rassen bequem alle Arbeiten machen können die hier von einem Retriever verlangt werden.

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever, kurz "Toller" genannt, ist der Kleinste unter den sechs Retriever Rassen. Sein Ursprungsland ist die Halbinsel Neuschottland (Nova Scotia) an der Ostküste Kanadas. Seine ursprüngliche Aufgabe ist das Anlocken (Tolling) von Enten und Gänsen in Schußnähe des Jägers. Dies geschieht durch unermütliches spielen, toben, apportieren am Ufer, welches die Enten und Gänse neugierig in Ufernähe lockt. Nach dem Schuß apportiert der Toller die erlegten Tiere, selbst aus eisigstem Wasser. Der Toller ist ein sicherer Apporteur zu Wasser und zu Land, zielstrebig auf der Fährte und ausdauerend bei der Suche. Sein Wesen ist lustig, lebhaft, freundlich aber auch wachsam mit großem Arbeitseifer und "will to please". Das mittellange, rote Fell mit dicker Unterwolle ist pflegeleicht. Die Ausbildung muß freundlich aber konsequent stattfinden.

Bei den Vorstehhunden kann die Setterfamilie in drei Schläge aufgeteilt werden, den englischen, den irischen und den Gordon-Setter. Jeder vertritt einen bestimmten Typ, der bekannt ist

Der Englische Setter ist heutzutage wahrscheinlich der beliebteste Schlag als Gebrauchshund. Er ist auf Prüfungen immer gut vertreten. Die Tiere aus Gebrauchszuchten sind im Gebäude nicht so stark wie die aus Ausstellungszuchten. Die beiden bekanntesten Blutlinien sind "Laverack" und "Llewellyn". Sie wurden als Gebrauchshunde von den Herrenjägern gezüchtet, die ihnen ihren Namen verliehen. Englische Setter arbeiten schnell und stilvoll; ihre Nasen sind ausgezeichnet. Meiner Ansicht nach sind sie von allen Settern am leichtesten abzurichten; außerdem sind sie kleiner als die anderen Schläge und daher leichter unterzubringen und zu ernähren

Unglücklicherweise ist der Irische Setter zu einem beliebten Schaustück auf Ausstellungen geworden, besonders bei den Damen. Der jagdlichen Qualität des Hundes ist keine Beachtung geschenkt worden. Von Natur aus ist der irische Hund schnell und neigt zur Fahrigkeit. Jagdlich geführte Blutlinien haben sich auf Prüfungen immer gut geschlagen, da ihre Vertreter weite Suche und gute Nasen haben. Ich finde, dass sie nicht so leicht abzuführen sind wie der englische Setter und bei der Arbeit auch nicht das gleiche schöne Bild abgeben.

Der Gordon Setter ist ein stolzer, großer Hund, der im Laufe der letzten zwanzig Jahre an Beliebtheit verloren hat und heute nur noch selten außerhalb Schottlands auf Prüfungen zu finden ist. Das ist sehr schade, denn es ist ein wunderschöner Schlag. Als Gebrauchshunde können die Gordons durchaus neben den anderen Settern bestehen. Sie lassen sich leichter etwas sagen und geben sich Mühe, zu gefallen. Vielleicht sind die Hunde, die ich in letzter Zeit gesehen habe, nicht ganz so flüchtig wie erwünscht, sie sind aber sehr ausdauernd und gesetzter im Temperament als viele andere Setter, weswegen sie ausgezeichnete Gefährten abgeben.

Der Pointer ist so bekannt, dass ich ihn nicht zu beschreiben brauche. Als Vorstehhund steht er für mich an erster Stelle. Es ist ein wahres Vergnügen, einen edel gezogenen Pointer bei der Feldarbeit zu beobachten. Meiner Ansicht nach haben diese Hunde auch einen sehr liebenswerten, fast spanielartigen Charakter. Obwohl sie, wie alle Vorstehhunde, temperamentvoll sind, lassen sich die Pointer von allen am leichtesten abrichten und führen.

Deutsch-Kurzhaar Deutsch Kurzhaar ist im besonderen seit der Besetzung Deutschlands ziemlich beliebt geworden. Diese Hunde sind etwas kleiner als die englischen und werden oft kupiert, was ihrem Aussehen meiner Ansicht nach schadet. Jagdlich sind sie meist recht brauchbar.